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Für Kinder und Erwachsene mit ADHS

Du bist nicht kaputt. Du bist anders ausgestattet.

Dein Gehirn ist wie ein Rennwagen: ein sehr starker Motor, und Bremsen, die manchmal etwas spät greifen. Das ist kein Fehler. Man muss nur lernen, so ein Auto zu fahren.

Moritz grinst, über seinem Kopf wirbelt eine lila Gedankenwolke voller Ideen, in der Mitte zwinkert Zwirbel.
Zwirbel

Zwirbel sagt

Hallo, Turbo-Pilot! Ich wohne in deinem Kopf und sorge dafür, dass da immer was los ist. Manchmal nervt das, ich weiß. Aber ich habe dir auch ein paar richtig coole Sachen eingebaut. Schau mal!

Für Kinder

Deine Superkräfte

Ideen-Turbo

Dein Kopf verbindet Dinge, auf die sonst keiner kommt. Daraus werden Erfindungen, Geschichten und die besten Pläne für Baumhäuser.

Zoom-Blick

Wenn dich etwas begeistert, kannst du dich so tief hineinbohren wie kaum jemand. Nutze das für Dinge, die dir wichtig sind.

360-Grad-Radar

Du bemerkst Sachen, die andere übersehen: wer traurig ist, was sich verändert hat, wo die Fliege sitzt.

Mut-Motor

Du traust dich Sachen, bevor andere fertig gegrübelt haben. Das ist manchmal zu schnell und oft genau richtig.

Herz in voller Lautstärke

Du fühlst viel. Deshalb kannst du dich riesig freuen und merkst schnell, wenn es jemandem nicht gut geht.

Energie-Akku

Wenn andere schlapp machen, hast du noch Saft. Beim Sport, beim Spielen und beim Helfen ist das Gold wert.

Tricks zum Steuern

  1. Der Notizzettel-Trick: Was du nicht vergessen darfst, kommt sofort auf einen Zettel oder in dein Heft. Dann muss dein Kopf es nicht festhalten.
  2. Der Drei-Atemzüge-Trick: Wenn die Wut hochkocht oder ein Satz raus will: dreimal tief atmen. So bekommt die Bremse eine Chance.
  3. Der Startschuss-Trick: Langweilige Aufgabe? Stell einen Timer auf fünf Minuten und fang einfach an. Danach darfst du aufhören. Meistens machst du weiter.
  4. Der Bewegungs-Trick: Wenn der Motor brummt: Knete in der Hand, kurz Hampelmann machen, aufstehen. Dann klappt das Zuhören besser.
  5. Der Copilot-Trick: Such dir einen Erwachsenen, dem du sagen kannst: „Mein Kopf ist gerade zu voll.“ Das ist kein Petzen und keine Schwäche.

Und wenn es mal schiefgeht?

Dann ist das okay. Jeder Pilot muss üben. Sag „Entschuldigung“, wenn du jemandem wehgetan hast, und probier es beim nächsten Mal wieder. Du bist trotzdem richtig, so wie du bist.

Moritz

Mehr mit Moritz und Zwirbel

In den Büchern erlebt Moritz, wie sich sein Turbo-Hirn anfühlt und wie er herausfindet, was in ihm steckt.

Für Erwachsene

Turbo-Pilot seit Jahrzehnten, und erst jetzt weißt du es?

Ich habe meine Diagnose mit 46 bekommen. Vieles, was vorher wie eine Charakterschwäche aussah, hatte auf einmal einen Namen.

Kommt dir das bekannt vor?

  • Du fängst viel an und bringst wenig zu Ende, obwohl du es wirklich willst.
  • Termine, Rückrufe und Rechnungen rutschen dir durch, trotz bester Absichten.
  • Unter Zeitdruck läufst du zur Höchstform auf, ohne Druck kommst du nicht in die Gänge.
  • In Gesprächen bist du gedanklich schon drei Themen weiter oder unterbrichst andere.
  • Innerlich bist du oft unruhig, auch wenn man es dir von außen nicht ansieht.
  • Kritik trifft dich tief, und kleine Dinge können dich sehr wütend oder traurig machen.
  • Du hast oft das Gefühl, mehr Kraft als andere zu brauchen, um dasselbe zu schaffen.
  • Schon als Kind hieß es: „Kann mehr, wenn er oder sie nur wollte.“

Das ist kein Test und ersetzt keine Diagnose. Wenn dir vieles davon seit der Kindheit vertraut ist und dein Leben spürbar erschwert, sprich mit deiner Hausarztpraxis über eine ADHS-Abklärung. Wo kann ich mich testen lassen?

Die späte Diagnose

Viele Erwachsene erfahren erst spät von ihrem ADHS, oft wenn das eigene Kind die Diagnose bekommt. Plötzlich ergibt ein ganzes Leben Sinn. Das kann befreiend sein, und es darf auch traurig machen, wie lange man sich für „falsch“ gehalten hat.

Struktur von außen

Kalender mit Erinnerungen, feste Plätze, Listen, Wecker. Das Gehirn muss nicht alles selbst halten. Werkzeuge zu benutzen ist klug, nicht peinlich.

Den Graugnom kennen

Das ADHS-Gehirn sucht schnelle Kicks, und Handy, Zucker, Alkohol, Spiele oder Kaufen liefern sie. Wer das weiß, kann gegensteuern: gesunde Kicks einbauen und ehrlich hinschauen, wenn etwas zu viel wird.

Hilfe annehmen

Therapie, Coaching und Medikamente können sehr viel verändern. Lass dich von Fachleuten mit ADHS-Erfahrung beraten. Selbsthilfegruppen zeigen: Du bist nicht allein.

Erklär es deinen Leuten

Oft fehlen einem selbst die Worte. Schick deinen Angehörigen den Simulator, die Seite für Angehörige oder erstell eine Bedienungsanleitung für dich.

Wenn es dir gerade nicht gut geht: Hier findest du Anlaufstellen. Die Telefonseelsorge erreichst du rund um die Uhr unter 0800 111 0 111.